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Samstag, 4. Juni 2011

Die Essenz der Bhagavad Gita


Eine fortlaufende Prosa-Übersetzung von 42 Verse aus der Bhagavad Gita, die Ramana Maharshi für jene, die an der Selbstergründung interessiert sind, ausgewählt und neu geordnet hat. In diesen Versen zeigt Bhagavan dem Sucher auf, was und mit welchen Mitteln er suchen muss.

Eine Übersetzung von Miles Wrights Übertragung aus dem Sanskrit.

Download als ebook


Sanjaya (der Erzähler):
Madhusudana1 (Sri Bhagavan/Krishna) sprach folgende Worte zu Arjuna, der niedergeschlagen und mit verstörten und tränennassen Augen von Mitgefühl überwältigt war.

Sri Bhagavan (Krishna) sagte:
»Dieser Körper, oh Sohn von Kunti2, nennt man ›das Feld‹ (Kshetra)3. Die Weisen nennen einen, der dieses Kshetra kennt ›den Kenner des Feldes‹. Wisse zudem, dass ›Ich‹ der Kenner des Feldes in allen Feldern bin. Ich erachte das Wissen über das Feld und denjenigen, der es erkennt, als die eigentliche Erkenntnis. Ich bin das Selbst, o Gudakesa, das im Herzen aller Lebewesen wohnt. Ich bin der Anfang, die Mitte und auch das Ende aller Lebewesen. Denn für das Geborene ist der Tod gewiss und für das Gestorbene die Geburt. Deshalb sollst du dich über das Unvermeidliche nicht betrüben. Er wurde weder geboren, noch stirbt Er. Da Er immer schon existiert, wird Er auch nicht wieder zu existieren aufhören. Ungeboren, ewig und unvergänglich ist das Selbst, das Uralte. Es wird nicht getötet, wenn der Körper getötet wird.

Dieses Selbst kann nicht zerschnitten werden. Dieses Selbst kann nicht verbrannt werden. Dieses Selbst kann nicht nass werden. Dieses Selbst kann nicht verdorren. Es ist ewig, allgegenwärtig, dauerhaft, unbeweglich und immerwährend. Wisse, dass DAS [das Selbst], von dem alles durchdrungen wird, tatsächlich unvergänglich ist. Niemand kann das Unwandelbare zerstören. Das Unwirkliche wird nie für wirklich gehalten. Das Wirkliche wird nie für unwirklich gehalten. Die endgültige Wahrheit über diese beiden [Tatsachen] wurde von den Sehern der Wahrheit erkannt. Wie der allgegenwärtige Äther nicht befleckt werden kann, weil er nicht greifbar ist, so bleibt auch das Selbst in jedem Fall unbefleckt, obwohl es im Körper seine Wohnstatt hat. Es wird weder von der Sonne noch vom Mond noch vom Feuer erhellt.

Jene, die ins Nicht-Manifeste eingegangen sind, kehren nie wieder zurück. Es ist Meine höchste Wohnstatt. Dieses Nicht-Manifeste [Wohnstatt] nennt man das Unvergängliche (OM). Man nennt es das höchste Ziel. Wenn sie es einmal erlangt haben, kehren sie nie wieder zurück. Es ist Meine höchste Wohnstatt.

Jene, die frei von Stolz und Täuschung sind, die die schädlichen Auswirkungen der Anhaftung überwunden haben, die immer im Selbst verweilen, die am Ende der Wünsche und von den Gegensätzen wie Freude und Leid befreit sind, jene, die sich nicht irreführen lassen, erlangen diese ewige Heimat.

Doch derjenige, der die Anweisungen der Schriften missachtet und stattdessen den Impulsen seiner Wünsche folgt, erlangt weder die Vollendung noch Glück noch den Höchsten Pfad [der Selbstergründung]. Jener, der erkennt, dass der Höchste Herr in allen Lebewesen gleichermaßen wohnt, das Unvergängliche im Vergänglichen, ist jener, der wahrhaft sehend ist. Nur durch ungeteilte Hingabe kann man mich so erkennen und sehen, wie ich wirklich bin, oh Arjuna, und tatsächlich in mich eingehen.

Das Vertrauen eines jeden Menschen entspricht seiner Sinnesart [sei sie sattva (rein), rajas (leidenschaftlich), tamas (träge) usw.] Der Mensch besteht aus Vertrauen. Wie sein Vertrauen, so ist auch er. Der vertrauensvolle Mensch, der allein mit DEM beschäftigt ist, der seine Sinne unter Kontrolle hat, erlangt die Erkenntnis (Jnana). Hat er einmal Erkenntnis erlangt, findet er bald den höchsten Frieden. Jenen, die Mich beständig mit Hingabe verehren, gebe ich den Yoga des Verstandes (die Selbstergründung, s. Gespräch 112), durch den sie zu Mir kommen. Aus Mitleid mit ihnen vertreibe Ich, der Ich in ihrem Selbst weile, ihre aus Unkenntnis entstandene Unwissenheit mit der leuchtenden Lampe der Erkenntnis. Bei jenen, deren Unwissenheit durch die Erkenntnis des Selbst vernichtet worden ist, offenbart diese Erkenntnis wie die Sonne das Höchste in ihnen.

Es heißt, dass die Sinne machtvoll sind. Über den Sinnen steht das Denken. Über dem Denken steht der Verstand. Aber noch höher als der Verstand steht Er, das Selbst von allen. Wenn du somit erkennst, dass Er (das Selbst) über dem Verstand steht und dich selbst im Selbst gefestigt hast, dann töte den schlüpfrigen Feind (ahamkaram, das Ego), der so schwer zu finden ist. So wie ein loderndes Feuer Brennstoff zu Asche verbrennt, so verbrennt das Feuer der Erkenntnis alle Handlungen zu Asche. Jenen, dessen Unternehmungen frei vom Wunsch nach Ergebnissen sind und dessen Handlungen völlig vom Feuer der Erkenntnis verzehrt worden sind, nennen die Erkennenden einen ›Weisen‹. Das Eintauchen ins Selbst ist hier und jetzt jenen zugesichert, die sich bemüht und ihre Gedanken kontrolliert haben, die sich von Ärger und materiellen Wünschen befreit und das Selbst verwirklicht haben.

Allmählich sollte man vom Handeln ablassen. Indem man den Verstand eisern festhält und den Geist einzig im Selbst ruhen lässt, sollte man sein Denken auf nichts richten. Sooft der unruhige und unstete Geist nach außen wandert, sollte man ihn wieder zurückziehen, ihn unterwerfen und ihn einzig im Selbst ruhen lassen. [Somit] ist der Weise, der seine Sinne, seinen Geist und Verstand unter Kontrolle hat und dessen einziges Ziel die Befreiung ist, der frei ist von Wunsch, Angst und Zorn, tatsächlich befreit. Der Selbstverwirklichte sieht das Selbst in allen Geschöpfen und alle Geschöpfe im Selbst. Er betrachtet alles unvoreingenommen. (s. Gespräch 319). Ich biete jenen Menschen Sicherheit und Wohlergehen, die Mich mit beständiger Entschlossenheit verehren, ohne an etwas anderes zu denken.

Von ihnen ist der Weise der Hervorragendste, der seine Aufmerksamkeit immer auf das Eine richtet und ihm ergeben ist, denn Ich bin dem Weisen überaus lieb und er ist Mir überaus lieb. Am Ende vieler Geburten nimmt der Weise in Mir seine Zuflucht. Er weiß: ›Vasudeva [Bhagavan, Krishna] ist das Selbst, das allem innewohnt.‹ Solch eine große Seele ist tatsächlich schwer zu finden.

Wenn jemand alle Wunschobjekte, die ständig den Geist durchfluten, aufgibt und allein im Selbst durch das Selbst zufrieden ist, dann bezeichnet man ihn als einen, der ›in der Weisheit gefestigt‹ ist. Jener, der alle Wunschobjekte aufgibt, frei von Verlangen und ohne das Gefühl von ›Ich‹ und ›mein‹ umherwandert, der erlangt den Frieden. Jener, der weder die Welt verstimmt, noch von ihr verstimmt wird, der befreit ist von Freude und Ärger, Sorge und Angst, der ist Mir lieb. Wer derselbe ist in Ehre und Schande, für Freund und Feind und alles persönliche Bestreben aufgegeben hat, von dem sagt man, dass er die Gunas4 überwunden hat.

Wer sich allein im Selbst erfreut, ist mit dem Selbst völlig gesättigt und im Selbst allein zufrieden. Für ihn gibt es nichts zu tun. Für ihn gibt es nichts, das er durch Handeln in dieser Welt erlangen müsste, noch gibt es etwas, das nicht getan werden müsste, noch ist er wegen irgendetwas von jemandem abhängig. Zufrieden mit dem, was immer die Gnade bringen mag, frei von den Gegensätzen, frei von Neid, gleich in Erfolg und Misserfolg ist er nie gebunden, obwohl er handelt.

Der Herr wohnt im Herzen aller Lebewesen, o Arjuna, und wirbelt sie durch seine unheimliche Kraft umher, als wären sie an ein karusellähnliches Universum montiert. Suche bei Ihm allein Zuflucht mit deinem ganzen Sein. Nur durch Seine Gnade wirst du diesen höchsten Frieden, die ewige Wohnstatt erlangen.«



Verweise auf »Gespräche mit Ramana Maharshi«



Talks with Sri Ramana Maharshi. - Sri Ramanasramam
gedruckt oder als kostenloser Download:
http://www.sriramanamaharshi.org/bookstall/downloadbooks.html

Aus Gespräch 112 (17.12.1935): über den Intellekt:


Der Engländer [Paul Brunton] erwähnte gelegentlich, dass es in vorgeschichtlicher Zeit zwar Spiritualität, aber keinen großen Intellekt gegeben habe. Dieser habe sich erst später entwickelt.
Sri Bhagavan wies darauf hin, dass es der Intellekt sei, der die Frage »Wessen Intellekt?« stelle. Die Antwort heiße: »Der Intellekt des Selbst«. Also ist der Intellekt ein Werkzeug des Selbst. Das Selbst nutzt den Intellekt, um die Vielfalt zu bemessen. Der Intellekt ist weder das Selbst noch vom Selbst getrennt. Nur das Selbst ist ewig. Der Intellekt ist lediglich eine Erscheinungsform. Die Leute sind der Ansicht, dass die Entwicklung der Daseinsformen die Entwicklung des Intellekts hervorgebracht hätte. Aber der Intellekt war schon immer da. Der Schöpfer schafft heute wie früher. Betrachte täglich deinen eigenen Zustand. Im traumlosen Schlaf gibt es keinen Intellekt, aber jetzt. Das kleine Kind besitzt keinen Intellekt. Er entwickelt sich erst mit den Jahren. Wie könnte der Intellekt sich zeigen, ohne dass sein Same im Tiefschlaf und im Kind vorhanden wäre? Warum muss man diese grundlegende Tatsache erst aus der Geschichte lernen? Der Wahrheitsgrad der Geschichte entspricht lediglich dem Wahrheitsgrad des Individuums.



Aus Gespräch 319 (7.1.1937): über den Gleichmut:

Frager: »[In der Bhagavad Gita] steht: ›Yoga ist Gleichmut.‹ Was ist mit diesem Gleichmut gemeint?«
Maharshi: »Einheit in der Vielfalt. Das Universum wird jetzt für vielfältig gehalten. Betrachte das Gemeinsame in allen Dingen! Wenn du das tust, folgt daraus natürlicherweise das Empfinden der Gleichheit in den Gegensätzen. Das ist üblicherweise damit gemeint, wenn von ›Gleichmut‹ gesprochen wird.«

1Krishna gilt als der Vernichter des Dämons Madhu (hier im Sinn von Vernichter der Unwissenheit)
2i.e. Arujuna
3ein abgegrenzter Bereich, der Körper, die Materie
4Gunas: die drei grundlegenden Neigungen: Reinheit, Leidenschaftlichkeit und Trägheit

Samstag, 18. Oktober 2008

"Wer bin ich?" - Essay-Version

eine Einführung in die Methode der Selbstergründung s.a.
http://ramana.info.googlepages.com/atmavichara

Ramana Maharshi war erst 21 Jahre alt, als er die Grundlage für das Büchlein ›Nan Yar?‹, ›Wer bin ich?‹ schuf, ohne dass er je die Absicht hatte, ein Buch über seine Lehre zu schreiben. Er wohnte in der Virupaksha-Höhle auf dem Arunachala. Obwohl er in jener Zeit nicht sprach, fühlten die Menschen instinktiv, dass er ein Weiser war und kamen mit ihren spirituellen Fragen und Problemen zu ihm.

Einer von ihnen war Sivaprakasam Pillai, ein Philosoph, der bei einer Finanzbehörde beschäftigt war. In den Büchern, die er studiert hatte, konnte er auf seine existenzielle Frage »Wer bin ich?« keine Antwort finden. 1902 besuchte er den Maharshi auf dem Berg und stellte ihm seine brennenden Fragen. Ramana schrieb die Antworten entweder auf den Boden oder mit Kreide auf Schiefer. Sivaprakasam Pillai schrieb sich die Fragen und Antworten nachträglich aus dem Gedächtnis auf. Seine Sammlung wurde jedoch erst 1923 als Frage-und-Antwort-Version veröffentlicht. Ramana hat wenige Jahre später davon eine Essay-Version verfasst.

›Wer bin ich?‹ gilt als eines der grundlegendsten Werke Ramana Maharshis und enthält die Quintessenz dessen, was er sein Leben lang lehrte. Das Büchlein wurde im Ashram so billig wie möglich verkauft und Neuankömmlingen als erste Lektüre empfohlen, da es eine hervorragende Einführung in die Praxis der Selbstergründung ist.

Dies hier ist eine eigene Übersetzung der Essay-Version, die mit Hilfe eines Freundes aus dem Tamil erarbeitet wurde.

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Ramana Maharshi: "Wer bin ich?": Essay Version

Alle Lebewesen möchten stets glücklich und sorgenfrei sein. Jeder liebt sich selbst am meisten, denn das Glück ist die Ursache der Liebe. Um dieses Glück zu erlangen, das unser Wesen ist und das täglich im Tiefschlaf erfahren wird, in dem kein Geist[1] vorhanden ist, muss man sich selbst erkennen. Hierfür ist die Ergründung »Wer bin ich?« der beste Übungsweg.

Wer bin ich? Ich bin nicht die sieben Bestandteile dieses physischen Körpers.[2] Ich bin nicht die fünf Wahrnehmungsorgane: Ohren, Haut, Augen, Zunge und Nase mit ihren jeweiligen Funktionen von Hören, Tasten, Sehen, Schmecken und Riechen. Ich bin nicht die fünf Tätigkeitsorgane: Mund, Beine, Arme, After und Genitalien mit ihren jeweiligen Funktionen von Sprechen, Fortbewegung, Geben und Nehmen[3], Ausscheidung und sexueller Aktivität. Keiner der fünf bin ich und auch nicht die fünf Lebensenergien mit ihren jeweiligen Funktionen[4]. Ich bin weder der Verstand noch der unbewusste Zustand von Nicht-Wissen[5], in dem es weder Sinnesobjekte noch Aktivitäten des Geistes gibt und in dem nur die latenten Eindrücke (Vasanas) zurückbleiben.

All das bin ich nicht. Wenn man das oben Erwähnte als »Das bin ich ganz und gar nicht!«[6] zurückweist, ist das, was danach als einziges übrig bleibt, das reine Gewahrsein, das ich tatsächlich bin. Dieses reine Gewahrsein ist seinem Wesen nach Sein-Bewusstsein-Seligkeit (Sat-Chit-Ananda).

Wenn der Geist, der die Ursache für alles Wissen und sämtliche Tätigkeiten ist, verebbt, hört die Wahrnehmung der objektiven Welt auf. Solange man ein Seil für eine Schlange hält, kann man das Seil, das die Grundlage der Täuschung ist, nicht erkennen. Solange die Vorstellung einer objektiven Welt besteht, kann sich das wahre Wesen des Selbst nicht zeigen, das der Illusion zugrunde liegt.

Das, was man den »Geist« nennt, ist eine besondere Kraft (Shakti), die dem Selbst innewohnt. Sie bringt sämtliche Gedanken hervor. Wenn wir untersuchen, was übrig bleibt, wenn wir alle Gedanken entfernt haben, werden wir feststellen, dass der Geist kein eigenständiges Ding ist, das aus sich selbst bestehen kann. Folglich sind es die Gedanken, die den Geist bilden.

Unabhängig von den Gedanken existiert auch keine Welt als etwas Eigenständiges. Im Tiefschlaf gibt es keine Gedanken und auch keine Welt. Im Wachen und Träumen dagegen existieren Gedanken und deshalb gibt es auch eine Welt. Genauso wie die Spinne den Faden für ihr Netz aus sich selbst herauszieht und ihn wieder in sich selbst zurückzieht, projiziert der Geist aus sich selbst heraus die Erscheinung der Welt und löst sie wieder in sich auf.

Wenn der Geist aus dem Selbst hervorkommt und sich nach außen richtet, tritt die objektive Welt in Erscheinung. Deshalb zeigt sich das Selbst nicht, wenn die Welt wahrgenommen wird, und wenn das Selbst erstrahlt, zeigt sich die Welt nicht.

Wenn man beständig das Wesen des Geistes erforscht, wird der Geist zu DEM, worauf sich das »Ich« bezieht, und das ist nichts anderes als das Selbst. Der Geist bezieht sich stets auf etwas Materielles und kann nicht aus sich selbst bestehen. Er wird auch der feinstoffliche Körper oder der Jiva (die Seele, das individuelle Selbst) genannt.

Was im Körper als Ich[7] aufsteigt, ist nichts anderes als der Geist. Wenn du untersuchst, wo im Körper sich der Ich-Gedanke zuerst manifestiert, wird offensichtlich, dass es im Herzen[8] geschieht, denn das Herz ist die Geburtsstätte des Geistes. Selbst wenn wir beständig »Ich-Ich« denken, werden wir zu jenem Ort (i. e. dem Herzen) geführt.

Von allen Gedanken, die sich im Geist zeigen, ist der Ich-Gedanke der erste Gedanke. Erst nachdem er aufgetaucht ist, tauchen die anderen Gedanken auf. Erst wenn die erste Person (ich) sich zeigt, können auch die zweite und die dritte Person (du, er, sie, es) in Erscheinung treten. Ohne die erste Person können sie nicht existieren.

Nur durch den Prozess der Erforschung »Wer bin ich?« wird der Geist unterworfen. Der Gedanke »Wer bin ich?« vernichtet alle anderen Gedanken und wird schließlich selbst vernichtet, wie der Stock, mit dem man den Scheiterhaufen umrührt.[9]

Wenn andere Gedanken auftauchen, dann denke den aufsteigenden Gedanken nicht zu Ende, sondern erforsche auf der Stelle: »Wer ist es, dem dieser Gedanke kommt?« Was macht es schon aus, wie viele Gedanken dir kommen? Sobald sich ein Gedanke bildet, erforsche aufmerksam: »Wem kommt dieser Gedanke?« Die Antwort lautet: »mir«. Wenn du weiterforschst: »Wer bin ich?«, kehrt der Geist zu seinem Ursprung zurück und der auftauchende Gedanke verblasst. Wenn du das ausdauernd praktizierst, wächst die Kraft des Geistes, in seiner Quelle zu bleiben.

Wird der subtile Geist durch den Intellekt und die Sinnesorgane nach außen gerichtet, treten Namen und Formen in Erscheinung. Bleibt er aber im Herzen, verschwinden sie. Wenn man dem Geist nicht erlaubt, nach außen zu wandern, und ihn im Herzen zurückhält, spricht man von »nach innen gerichtet sein«. Wird er nach außen gelassen, spricht man von »nach außen gerichtet sein«.

Wenn der Geist auf diese Weise im Herzen verweilt, verschwindet der Gedanke »ich«, der die Ursache aller anderen Gedanken ist. Dann offenbart sich das Selbst, das immerwährend aus sich selbst erstrahlt. Wenn du dem Ich-Gedanken nicht den geringsten Platz einräumst, manifestiert sich deine wahre Natur. Das ist es, was gemeint ist, wenn man von »Schweigen« (Maunam) spricht.

Dieser Zustand des reinen Seins und des Schweigens wird Erkenntnis (Sicht der Weisheit, Jnana Drishti) genannt. Um still zu sein, musst du den Geist völlig im Selbst versenken. Dagegen haben solche Dinge wie Gedankenlesen, Telepathie und Hellsehen mit der Erkenntnis überhaupt nichts zu tun.[10]

In Wahrheit existiert nur das Selbst. Welt, Individuum und Gott sind Vorstellungen im Selbst wie das Silber, das man in einer Perlmuttschale sieht. Alle drei treten gleichzeitig in Erscheinung und verschwinden auch wieder gleichzeitig. Das Selbst ist die Welt, das individuelle Ich und Gott. Alles ist eine Manifestation Shivas, des Selbst.

Es gibt kein besseres Mittel als Vichara, um den Geist (dauerhaft) zur Ruhe zu bringen. Wird der Geist durch andere Methoden unter Kontrolle gebracht, ist er nur scheinbar unterworfen und erhebt sich wieder.

So wird er zum Beispiel durch Atemkontrolle (Pranayama)[11] unterworfen, denn so lange der Atem zurückgehalten wird, ist auch der Geist unter Kontrolle. Doch wenn der Atem wieder frei fließt, wendet sich der Geist durch den Einfluss der Vasanas erneut nach außen und wandert umher.

Denn Geist und Atem haben denselben Ursprung. Es sind die Gedanken, die den Geist bildet. Der Ich-Gedanke ist der erste Gedanke des Geistes. Er ist das Ego (das individuelle Ich-Gefühl, Ahamkara). Vom selben Ort, wo das Ego entspringt, steigt auch der Atem auf. Deshalb ist die Aktivität des Geistes geringer, wenn der Atem zurückgehalten wird und andersherum.

Obwohl die Aktivität des Geistes im Tiefschlaf aufhört, kommt der Atem nicht zum Stillstand. So hat Gott es zum Schutz des Körpers bestimmt, damit ihn die anderen nicht versehentlich für tot halten. Wenn der Geist im Wachzustand und im Samadhi still ist, ist auch der Atem reduziert, denn der Atem ist die grobe Form des Geistes. Bis zum Tod hält der Geist den Atem im Körper. Im Augenblick des Todes bemächtigt er sich seiner und trägt ihn fort. Deshalb ist die Atemkontrolle nur eine Hilfe, um den Geist zu beruhigen, bewirkt aber nicht seine Vernichtung.

Ebenso wie die Atemkontrolle sind auch die Meditation einer Form (eines Götterbildnisses), Mantra-Japa und Regeln fürs Essen Hilfsmittel, um den Geist zu unterwerfen. Durch die Meditation einer Form und durch Mantra-Japa sammelt sich der Geist. Wenn man dem Elefanten, dessen Rüssel immerzu herumfuchtelt, eine Kette zum Festhalten gibt, wird er nach nichts anderem mehr greifen. Ebenso wird der ständig umherwandernde Geist, der sich an einen Namen oder eine Form (Gottes) gewöhnt hat, dies festhalten.

Wenn sich der Geist in unzählige Gedanken zerstreut, wird der einzelne Gedanke sehr schwach und uneffektiv. Wenn die Gedanken mehr und mehr verebben, wird der Geist konzentriert und gewinnt an Stärke. Ein solcher Geist wird leicht Selbstergründung üben.

Von allen Regeln ist die beste, sattvische (reine) Nahrung[12] in mäßiger Menge zu sich zu nehmen. Dadurch werden die sattvischen Eigenschaften des Geistes[13] gestärkt, was für die Selbstergründung (Atma Vichara) hilfreich ist.

Obwohl seit einer Ewigkeit die unzähligen Vasanas (die Neigungen und Eindrücke der weltlichen Objekte) wie die Wellen des Meeres beständig wiederkehren, klingen sie alle mit der zunehmenden Intensität der Meditation über unsere wahre Natur ab. Man sollte nicht den Zweifel hegen: »Ist es möglich, so viele Vasanas auszulöschen, sodass nur noch das Selbst zurückbleibt?«, sondern unnachgiebig an der Meditation über seine wahre Natur festhalten.

Wie sündig ein Mensch auch sein mag, er sollte nicht jammern und klagen: »Ich bin ein Sünder! Wie kann ich Befreiung erlangen?« Wenn er stattdessen den Gedanken aufgibt, ein Sünder zu sein, und beharrlich über seine wahre Natur meditiert, wird er sich bestimmt verändern.

Solange noch Vasanas im Geist sind, ist die Ergründung »Wer bin ich?« nötig. Jedes Mal wenn Gedanken auftauchen, musst du sie - einen nach dem anderen - am Ort ihres Entstehens durch die Ergründung vernichten.

Nichts anderes als seine wahre Natur zu suchen ist Entsagung (Nicht-Anhaftung) und Wunschlosigkeit. Den Halt am Selbst nicht aufzugeben ist Erkenntnis (Jnana). In Wahrheit sind beide dasselbe. Wie der Perlentaucher die Perlen vom Meeresgrund holt, indem er sich Steine um die Taille bindet, um tief hinabzutauchen, so kann jeder die Perle des Selbst erlangen, wenn er durch Entsagung tief in sich selbst hinabtaucht. Es würde schon genügen, wenn man sich ständig an seine wahre Natur erinnert, bis man sie erlangt hat. Solange Feinde in der Festung sind, kommen sie heraus. Wenn wir sie - einen nach dem andern, wie sie sich zeigen - niederschlagen, werden wir die Festung erobern.

Gott und Guru sind in Wahrheit nicht voneinander verschieden. Wie die Beute, die dem Rachen des Tigers zum Opfer gefallen ist, nicht mehr entkommen kann, ebenso (gewiss) wird derjenige, der unter dem gnadenvollen Blick des Gurus steht, gerettet und nie im Stich gelassen werden. Doch er muss auch unerschütterlich dem Pfad folgen, den der Guru ihm gezeigt hat.

Beständig im Selbst zu verweilen und keinem anderen Gedanken Raum zu geben sich zu erheben, außer dem Gedanken an das Selbst, bedeutet sich Gott zu übergeben. Wie groß die Last auch ist, die du Gott auflädst, er wird sie tragen. Da eine göttliche Macht alles kontrolliert was geschieht, warum sollten wir uns nicht ihr überlassen und immerzu denken: »Soll ich es so oder so machen?« Wir wissen doch, dass der Zug alle Lasten trägt. Warum legen wir dann unser kleines Bündel nicht ab, wenn wir eingestiegen sind, und machen es uns bequem, anstatt uns selbst zu quälen, indem wir es weiterhin auf dem Kopf behalten?

Glück ist die Natur des Selbst. Glück und Selbst sind nicht voneinander verschieden, sondern eins und die einzige Wahrheit. Keinem der vielen weltlichen Dinge wohnt Glück inne. Durch unseren Mangel an Unterscheidungsfähigkeit denken wir, dass wir durch die Dinge glücklich werden. Doch im Gegenteil: wenn der Geist sich nach außen wendet, erfährt er Kummer. In Wahrheit ist es so, dass jedes Mal, wenn unsere Wünsche erfüllt werden, der Geist an seinen Ursprungsort zurückkehrt und die Seligkeit des Selbst erfährt. Auf dieselbe Weise wendet sich der Geist nach innen und erfährt die Seligkeit des Selbst, wenn man im Tiefschlaf, in Samadhi oder ohnmächtig ist, wenn man das Gewünschte bekommen hat oder wenn etwas Gefürchtetes ausgeblieben ist. So pendelt der Geist pausenlos hin und her, verlässt das Selbst und wendet sich nach außen, um dann wieder zurückzukommen.

Im Schatten eines Baumes ist es angenehm kühl, draußen in der glühenden Sonne dagegen unerträglich heiß. Ein Mensch, der sich der Sonne ausgesetzt hat, genießt gerne die Kühle des Schattens. Doch nach einer Weile geht er wieder hinaus, kann aber die Hitze nicht ertragen und kehrt erneut in den Schatten des Baumes zurück. So geht er ständig vom Schatten in die Sonne und von der Sonne in den Schatten.

Jemandem, der das tut, mangelt es an Unterscheidungsfähigkeit. Ein weiser Mensch verlässt nie den Schatten. Ebenso wenig verlässt der Geist des Erleuchteten (Jnani) Brahman. Aber der Geist des Unwissenden wandert weiterhin in der Welt umher und erfährt Leid. Dann kehrt er für eine Weile in Brahman zurück und ist glücklich.

Was man »die Welt« nennt, sind nur Gedanken. Ist die Welt verschwunden – d.h. wenn keine Gedanken da sind - erfährt der Geist Glück. Taucht die Welt auf, erfährt er Leid.

Allein durch die Anwesenheit der Sonne, die ohne irgendeinen Wunsch oder eine Absicht zu verfolgen und ohne sich anzustrengen aufgeht, sprüht der Sonnenstein Feuer, blüht der Lotus, verdunstet das Wasser und gehen die Leute ihrer jeweiligen Arbeit nach und ruhen sich danach aus. In der Nähe eines Magneten bewegt sich die Nadel. Ebenso gehen die Individuen, die von den drei göttlichen Funktionen (Entstehung, Erhaltung und Auflösung) regiert werden, nur aufgrund der absichtslosen Kraft der Anwesenheit Gottes ihren jeweiligen Aufgaben nach und ruhen sich dann aus, wie es ihrem Karma entspricht. Doch Gott ist absichtslos. Er wird durch keine Handlung berührt, ebenso wenig wie die weltlichen Handlungen die Sonne berühren und die guten und schlechten Eigenschaften der vier Elemente (Erde, Wasser, Luft und Feuer) den alles durchdringenden Äther.

In allen spirituellen Schriften steht, dass man den Geist kontrollieren muss, um die Befreiung (Mukti) zu erlangen. Hat man einmal verstanden, dass die Schlussfolgerung der Schriften die Vernichtung des Geistes ist, macht es keinen Sinn mehr, sie endlos zu studieren. Um dem Geist Einhalt zu gebieten, muss man erforschen, wer man selbst ist. Wie könnte man das durch Bücher herausfinden?

Man muss sich selbst durch das Auge der Erkenntnis verstehen. Braucht Rama etwa einen Spiegel, um zu wissen, dass er Rama ist? Das Selbst wohnt in den fünf körperlichen Hüllen[14], doch die Bücher sind außerhalb von ihnen. Deshalb ist es nutzlos, unser Selbst durch das Studium von Büchern zu suchen. Man muss es verwirklichen, indem man alle fünf Hüllen zurückweist.

Wenn man durch die Untersuchung: »Wer ist es, der gebunden ist?« seine wahre Natur erkennt, ist das die Befreiung (Mukti). Die Praxis, den Geist zu jeder Zeit im Selbst zu halten, heißt Selbstergründung (Atma Vichara). Meditation (Dhyana) dagegen ist die Kontemplation, dass man selbst Brahman als Sein-Bewusstsein-Seligkeit (Sat-Chit-Ananda) ist.[15] Es wird eine Zeit kommen, da man alles vergessen muss, was man gelernt hat.

Es ist sinnlos, den Kehricht zu untersuchen, den man gesammelt hat, um ihn wegzuwerfen. Ebenso sinnlos ist es für jemanden, der sein Selbst kennen will, all die Tattvas[16], die sein Selbst verschleiern, zu sammeln und zu analysieren, anstatt sie wegzuwerfen. Man sollte die phänomenale Welt lediglich als einen Traum betrachten.

Außer dass der Wachzustand lang und der Traum kurz ist, gibt es keinen Unterschied zwischen den beiden. Wie die Ereignisse im Wachzustand als wirklich erscheinen, erscheinen auch die Traum-Ereignisse als wirklich, während man träumt. Im Traum nimmt der Geist lediglich einen anderen Körper an. In beiden Zuständen, im Wachen und im Träumen, sind gleichzeitig Gedanken, Namen und Formen vorhanden.

Es gibt nicht zweierlei Arten von Geist, einen guten und einen schlechten, sondern es gibt nur einen Geist. Es sind die Neigungen (Vasanas), die von zweierlei Art sind: gut oder schlecht. Wird der Geist von guten Vasanas beeinflusst, nennt man ihn gut, wird er von schlechten Vasanas beeinflusst, nennt man ihn schlecht. Wie schlecht dir andere Menschen auch erscheinen mögen, du solltest sie nicht hassen. Man sollte Vorlieben und Abneigungen (Liebe und Hass) unterlassen. Erlaube dem Geist nicht, zu oft bei weltlichen Dingen zu verweilen. Du solltest dich so wenig wie möglich in die Angelegenheiten anderer Leute einmischen. Alles, was man anderen gibt, gibt man nur sich selbst. Wenn das (allgemein) bekannt wäre, wer würde dann nicht geben?

Wenn sich unser individuelles Ich erhebt, erhebt sich alles andere. Wenn es sich senkt, sinkt auch alles andere. Je demütiger wir sind, desto besser. Wenn der Geist unter Kontrolle ist, was spielt es dann für eine Rolle, wo wir sind?

[1] in Tamil: Manam, der denkende und fühlende Geist, Intellekt, Verstand, Gefühl
[2] Flüssigkeit, Blut, Fleisch, Fett, Mark, Knochen und Samen
[3] die Tätigkeiten, die mit den Armen und Händen ausgeführt werden.
[4]Atmung, Verdauung, Blutzirkulation, Schwitzen, Ausscheidung
[5] wie im Tiefschlaf oder während einer Ohnmacht
[6] Hier wird auf die beliebte verneinende »Neti-Neti«-Praxis (»Ich bin nicht dies, ich bin nicht das«) angespielt.
[7] Dieses Ich ist das kleine Ego-Ich im Unterschied zum großen Ich, das das universelle Selbst ist.
[8] Sri Ramana spricht hier vom spirituellen Herzen, Hridayam.
[9] Mit dem Stock drückt man die Leiche, die sich aufbäumt, nieder, damit sie völlig verbrennen kann. Schließlich verbrennt der Stock selbst.
[10] Hier spricht Ramana von den übernatürlichen Fähigkeiten (Siddhis). Er macht klar, dass sie mit Jnana nichts zu tun haben.
[11] Hier erwähnt Sri Ramana die Yoga-Methode des Pranayama, des Zurückhaltens des Atems.
[12] einfache und nahrhafte vegetarische Ernährung, die den Körper erhält, aber nicht stimuliert [13] ein friedvoller, konzentrierter und klarer Geist mit den Eigenschaften: Reinheit des Herzens, Ausgeglichenheit, Freundlichkeit allen gegenüber, Tapferkeit und Freiheit von Begierden, Hass und Arroganz - i. Ggs. zu den anderen Eigenschaften des Geistes: Tamas (Trägheit) und Rajas (Leidenschaftlichkeit und Ruhelosigkeit)
[14] Die fünf Hüllen (Koshas) in der Lehre des klassischen Advaita-Vedanta: die physische, vitale und mentale Hülle, die Hülle des Wissens und der Erfahrung und die Hülle der Seligkeit (wie im Tiefschlaf). In der »Neti-Neti«-Praxis werden diese fünf Hüllen als Nicht-Ich abgelegt, wie am Anfang beschrieben.
[15] Die Zusicherung, dass man Brahman ist (»Ich bin Brahman« etc.), ist das Gegenstück zur »Neti-Neti«-Praxis. Beide Methoden benötigen ein ausführendes Ich.
[16] Die Tattvas sind die Elemente, aus der die phänomenale und geistige Welt besteht. Sie werden in der indischen Philosophie vom subtilen Geist bis zur Materie klassifiziert. Es gibt davon bis zu 96 Klassifizierungen, die teils sehr kompliziert sind, je nach Schule.



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Glossar

Atma Vichara
Suche nach dem Selbst (i. e. nach der Wurzel des Egos), Selbstergründung, Selbsterforschung
Atma/Atman
(urspr. Lebenshauch, Atem) hat zwei Bedeutungen:
als unsterbliches inneres Prinzip des Menschen ist es identisch mit Brahman. Es steht aber auch für das individuelle Ich.
Dhyana
Meditation (eines Objektes)
Brahman
die Wurzel brh bedeutet Stärke, Intensität, Urgrund des allgemeinen Seins, das Wesentliche in allen Dingen, das Absolute ohne greifbare Gestalt. Brahman und Atman sind letztlich eins. Das Absolute ist Sat-Chit-Ananda (Sein-Bewusstsein-Seligkeit).
Hrydaya
wörtl.: »das ist das Zentrum«; das spirituelle Herz auf der rechten Seite der Brust
Japa
Flüstern, gemurmeltes Gebet; v. a. das unablässige Wiederholen eines Gottesnamens oder Mantras, um den Geist zu beruhigen und zu fixieren
Jnana
Erkenntnis, Wissen
Jnana Drishdi
Die Erkenntnis oder das Sehen der Weisheit bedeutet nicht ein objektives Erkennen, sondern der Zustand des reinen Seins.
Jnani
einer, der das Ziel des Jnana-Yoga, nämlich die Verwirklichung durch Erkenntnis erlangt hat
Karma
Handeln, Folgen des Handelns, Gesetz ausgleichender Gerechtigkeit. Die Folgen der guten und schlechten Taten müssen in diesem oder einem anderen Leben getragen werden. Auch i. S. von selbstlosem Handeln.
Mantra
eine kurze Formel aus den heiligen Schriften, ein Wort oder nur eine Silbe. Das Mantra wird ständig wiederholt (s. a. Japa).
Mukti
Befreiung, Erlösung aus dem Kreislauf von Geburt, Tod und Wiederverkörperung
Pranayama
Yoga-Methode der Atemkontrolle. Ramana rät, lediglich den Atem zu beobachten.
Samadhi
Versenkung; hier i. S. von Versenkung, in der man sich des Körpers und der Welt nicht mehr bewusst ist
Vasanas
alles, was unbewusst im Geist ist: Neigungen, Wünsche, Eindrücke, Gedanken-Konzepte, Angewohnheiten usf.
Vichara
Suche, Erforschung; hier i. S. von Atma Vichara, Erforschung des Selbst (Ego-Ichs)
Yoga
Einheit mit Brahman; Übungsmethode